Meniskusschaden, was nun ??

Die Menisken sind halbmondförmige Scheiben aus Faserknorpel zwischen Oberschenkel (Femur) und Schienbein (Tibia) an Innen- und Außenseite des Kniegelenkes. Sie sind am äußeren Rand mit der Gelenkkapsel und an beiden Endpunkten mit der Tibia verwachsen.

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                                      Meniskus-Anatomie

Arthroskopisches Bild vom intakten Innenmeniskus

Aufgaben der Menisci:

Vergrößerung der Kontaktfläche

Auf Grund der verschiedenen Form der Gelenkflächen von Femur ( gekrümmte konvexe Fläche) und Tibia (fast gerade Fläche) besteht eine nur geringe Kontaktfläche zwischen diesen Knochen. Um die Kontaktfläche zu vergrößern, hat die Natur die Menisci wie Unterlegscheiben dazwischen eingefügt.

Stabilisator:
Insbesondere der hintere Anteil des halbmondförmigen Meniskus sitzt wie ein Bremsklotz zwischen Ober- und Unterschenkel und vermeidet wie ein Unterlegkeil am Rad des LKW das Nachvornegleiten des Schienbeinkopfes.

Pufferfunktion:
Der Meniskus besitzt eine sehr große Elastizität aufgrund seiner Struktur aus Knorpelgewebe, welches mit Fasern durchwirkt ist. Dadurch absorbiert er die Stöße, welche vom Ober- auf den Unterschenkel übertragen werden.

Ursache von Meniskusschäden:

Während im jugendlichen und mittleren Alter der Meniskus noch relativ elastisch und weich ist, wird er bei zunehmender Belastung und Abnutzung spröde und rigide, so dass es auch schon bei Alltagsbelastungen, z.B. kräftiges u. schnelles in die Hockegehen zu spontanen Rissbildungen kommen kann, ohne dass ein eigentliches Unfallereignis vorgelegen hat. Durch jahrelange intensive sportliche Betätigung kann es zu Abnutzungsschäden mit Auffaserungen und Einrissen des Meniskus kommen. Echte isolierte unfallbedingte Risse des Meniskus sind relativ selten, sie treten oft als Begleitverletzung bei Bandverletzungen, insbesondere im Bereich des vorderen Kreuzbandes auf.

Symptome der Meniskusschäden:
Im Vordergrund stehen Schmerz und Minderbelastungsfähigkeit des Kniegelenkes, insbesondere Schmerzhaftigkeit bei Rotationsbewegungen des Unterschenkels, des weiteren Gelenkblockaden. Bei größeren Meniskusrissen (Korbhenkel) kann eine Streckhemmung bestehen. Zusätzlich kann es zu einem Gelenkerguss durch Entzündung der Gelenkschleimhaut kommen.

 

Verschiedene Meniskus-Rissformen:

 


Lappenriss

Traumat. Tangentialriss

Degenerativer Tangentialriss

Korbhenkelabriss

Lappenriss

Diffuse Degeneration mit Riss

Diffuse Degeneration mit Kalk

Chondrokalzinose



Meniskus-Operation

Ein Meniskusschaden heilt ohne operativen Eingriff nicht mehr ab, da der Meniskus nur am kapselnahen Ansatz von Blutgefäßen durchsetzt ist, der Meniskus selbst hat kaum eine Heilungstendenz. Lediglich bei kapselnahen, glatten Rissen ist eine Meniskusnaht erfolgversprechend, da hier in der "roten Zone" eine Einwachsen von Bindegewebe und eine narbige Durchbauung des Risses möglich ist. So kann kann der Riss durch Nähte oder Meniskusanker stabilisiert werden. 

In allen anderen Fällen muss bei der Spiegelung (Arthroskopie) der defekte Teil des Meniskus entfernt werden. Da der Meniskus eine wichtige Funktion im Kniegelenk hat, wird bei der Operation nur der eingerissene bzw. abgenutzte Teil des Meniskus entfernt.








Refixierter Korbhenkelriss

 

Teilentferntes Meniskushinterhorn




Bei der arthroskopischen Meniskusteilentfernung wird der defekte Teil mit einer Knipszange entfernt und der Rand mit einer kleinen Fräse geglättet. Der im Gelenk nach der Operation verbleibende Meniskus ist dann glatt und stabil und kann seine Aufgabe als Puffer und Stabilisator weiter wahrnehmen.

Eine häufig nach einer Meniskus-Operation gestellte Frage ist, ob jetzt nicht ein Stück am Meniskus fehle:

Sicherlich fehlt durch den operativen Eingriff ein Teil des Meniskus, da dieser Meniskus jedoch schon durch Abnutzung oder Rissbildung geschädigt war, konnte er seine Funktion als Puffer und Stabilisator nicht mehr wahrnehmen. Vielmehr besteht sogar bei länger bestehenden instabilen Meniskusrissen die Gefahr, dass durch die raue Oberfläche oder instabile Meniskusteile Schleifspuren und Auffaserungen am Knorpel entstehen, welche dann nicht mehr reparabel sind.

Damit stellt also die Entfernung eines kleinen Meniskusteiles das kleinere Übel dar.

Muss man wirklich jeden Meniskusschaden operieren ??? Hier kann man sicherlich nein sagen, die Entscheidung zur OP muss individuell unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden, der Art und Größe des Meniskusschadens und nach Begleitschäden wie Arthrose nach körperlicher Untersuchung individuell gefällt werden.

 

Nachbehandlung:

Falls nur ein kleines Stück des Meniskus entfernt wird und ansonsten im Gelenk keine anderen Arbeiten "ausgeführt" werden, ist in den nächsten Tagen schon wieder eine volle Belastung des Kniegelenkes möglich. Die Gehstützen sollten nur zur Schmerzlinderung in den ersten Tagen nach der Operation benutzt werden. Bei stärkeren Gelenkschwellungen kommen evtl. entzündungshemmende Medikamente, sowie phys. Maßnahmen in Form von Elektrotherapie in Frage. Wichtig ist das Muskelaufbautraining, um die durch die Schonung abgeschwächte Oberschenkelmuskulatur aufzutrainieren und damit wieder eine volle Belastungsfähigkeit des Kniegelenkes herzustellen.
Kann der Meniskus durch eine Naht oder durch resorbierbare Implantate wieder an der Abriss-Stelle refixiert werden, ist eine Entlastung mit Gehstützen für ca. 6 Wochen erforderlich

 

Richtlinien zur Wundbehandlung:

Die Hautfäden werden am 8.Tag nach der Operation gezogen. Zwischenzeitlich können Sie duschen und baden, wenn Sie vermeiden, dass die Wunden nass werden. Duschpflaster kann für wenige Euro in der Apotheke gekauft werden.

Risiken:

Bei der Arthroskopie handelt es sich um ein risikoarmes, jedoch nicht risikoloses Operationsverfahren:

1.Thrombose:

Das statistisch größte Risiko einer Operation stellt die Thrombose dar (Verschluss einer Vene durch ein Blutgerinnsel). Zur Vorsorge werden verschiedene Maßnahmen durchgeführt:

Für einige Tage werden Spritzen mit Heparin zur Blutverdünnung verabreicht. Zusätzlich sollte ein Kompressions-Strumpf getragen. Die wichtigste Prophylaxe ist jedoch die schnellste mögliche Wiederaufnahme der vollen Belastung.

Auch unter allen Vorsichtsmaßnahmen kann es zu einer Thrombose kommen. Schwellung oder Schmerzen im Unterschenkel oder in der Waden können das erste Symptom sein. Es sollte dann zur weiteren Abklärung unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

2. Infektion

Wie bei jeder Spritze kann es bei einem operativen Eingriff zu einer Infektion, das heisst Gelenkentzündung kommen. Der große Vorteil einer arthroskopischen Operation besteht darin, dass das Gelenk nicht durch einen größeren Schnitt eröffnet werden muss und mit einer speziellen Flüssigkeit das Gelenk ausgiebig gespült wird. Dadurch ist das Risiko erheblich vermindert im Vergleich zu Operationen mit grösseren Schnitten. 

3. Nachblutung und Nervenschäden:

Da bei dem Einführen des arthroskopischen Instrumentariums ein kleiner Hautschnitt angelegt wird, kann es theoretisch zu einer Durchtrennung von Hautnerven mit Taubheitsgefühl um die Wunde kommen.

Bei Eingriffen an der Schleimhaut oder nahe an der Gelenkkapsel kann es zu etwas stärkeren Einblutungen kommen.

Erfolgsaussichten:

Falls im Gelenk selbst außer dem Meniskusschaden keine Veränderungen vorliegen, insbesondere kein Verschleiß am Knorpel (Arthrose), kann von einer vollständigen Beschwerdefreiheit ausgegangen werden. Da Meniskusschäden auch im Rahmen einer Kniearthrose vorkommen, können nach der operativen Meniskusteilentfernung über längere Zeit noch belastungsabhängige Beschwerden bzw. Schwellneigungen und Gelenkergüsse bestehen, welche dann jedoch nicht mehr auf den operierten Meniskusschaden, sondern auf die davon unabhängig bestehende Arthrose zurückzuführen sind und durch entsprechende Arthrosetherapie auch behandlungs- und besserungsfähig sind.

In diesen Fällen kann dann eine weitere konservative Behandlung der Arthrose erfolgen. 

 

 

 

Tiefe Knorpelschäden der Gelenkfläche, links  mit freiliegendem Knochen

Knorpelschaden Kniescheibe Knorpelschaden Kniescheibe Intakter Knorpel Mittelgrad. Knorpelschaden Kompletter Knorpeldefekt

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