Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk unseres Körpers. Dies ist dadurch möglich, dass eine nur geringe knöcherne Führung des Gelenkes besteht und eine große Anzahl von Band- und Kapselstrukturen das Gelenk stabilisieren.

Bei der Schulterluxation (Verrenkung) kommt es in den meisten Fällen zu einem Abriss der Gelenkkapsel und Bänder am vorderen Rand der Schulterpfanne. Gerade bei jungen Menschen bleibt durch diese Verletzung eine Instabilität der Schulter zurück, was sich in  wiederholt auftretenden Luxationen (Verrenkungen) schon bei Alltagsbewegungen niederschlägt. In den meisten Fällen lässt sich die Schulter durch eine arthroskopische Raffung oder Refixation der Gelenkkapsel am vord. Pfannenrand wieder stabilisieren.

Bei einem Sturz auf den ausgestreckten Arm kann es daher zum Abreißen der vorderen Kapselbandstrukturen am Pfannenrand kommen und sich die Schulter auskugeln. Dies ist sehr schmerzhaft und muss immer fast immer im Krankenhaus nach zuvoriger Röntgenaufnahme, manchmal sogar in Narkose, eingerenkt werden. Gerade beim jungen Menschen heilt diese Verletzung durch eine vorübergehende Ruhigstellung nicht mehr vollständig aus, so dass ein instabiles Schultergelenk resultiert. Dies bedeutet, dass es auch schon bei Alltagsbewegungen, manchmal sogar im Schlaf zu weiteren Luxationen (Verrenkungen) kommen kann. Um Dauerschäden am Knorpel und weitere Auslockerungen durch diese wiederholten Verrenkungen zu vermeiden, ist dann eine operative Stabilisation der Schulter sinnvoll.

Eine Sonderform der Labrumläsion  ist die sogenannte SLAP-Läsion, ein Abriss des Bicepssehnenankers am oberen Pfannenrand. Er entsteht meist durch Sturz auf die Schulter, auch ohne dass die Schulter dabei luxiert. Hier stehen Schmerzen beim Anheben von Gegenständen  und Bewegungsschmerzen im Vordergrund.

 

Was kann operativ gemacht werden ???

Ziel der Operation ist es, die anatomischen Verhältnisse wieder herzustellen. Dazu gibt es eine Vielzahl von Operationsmethoden, wobei sich die arthroskopischen gegenüber den offenen Operationen mit größerem Schnitt in den letzten Jahren durchgesetzt haben. Dabei muss die abgerissene Kapselbandschale wieder am Pfannenrand fixiert werden und die evtl. ausgelockerte Kapsel gerafft werden.

Die Operation erfolgt durch drei kleine ca. 4-5mm große Schnitte endoskopisch, also ohne Eröffnung des Schultergelenkes.

Zunächst erfolgt eine Spiegelung des Schultergelenkes selbst, um die Art und das Ausmaß der Schäden an Knorpel und Kapsel zu sehen. In den meisten Fällen ist die Gelenkkapsel und Gelenklippe am vorderen Pfannenrand abgerissen und instabil. Diese Kapselbandstruktur muss wieder am Pfannenrand fixiert werden.



 

Dazu wird zunächst der vordere Pfannenrand angefrischt. Dann werden in den Pfannenrand kleine sich nach einigen Monaten selbstauflösende kleine Dübel gebohrt, an denen kräftige Fäden hängen.


Diese Fäden werden dann durch die abgerissene Gelenklippe und Kapsel gezogen. Durch das Festziehen der Knoten legen sich Labrum und Kapsel wieder fest an dem Pfannenrand an und können hier direkt am Knochen wieder anheilen, ihrer ursprünglichen Anheftungsstelle.

 


Endzustand, das Labrum ist stabil am vorderen Pfannenrand fixiert.


Nachbehandlung:

Damit die refixierte Kapsel am Knochen einheilen kann, muss die Schulter mit einer spez. Bandage  - Ultrasling - für 3 Wochen tagsüber und evtl. 2- 3 weitere Wochen nachts ruhig gestellt werden. Aber schon am Tag nach der OP können Pendelübungen durchgeführt werden. Nach 3 Wochen beginnt dann die spez. Krankengymnastik, die dann nach 6 Wochen mit Übungen in alle Richtungen intensiviert wird.

Risiken der Operation:

Die allgemeinen Operationsrisiken sind bei dem endoskopischen Eingriff relativ gering.

Wie bei allen Eingriffen kann es zu einer Infektion oder Vereiterung des OP-Gebietes kommen, was eine erneute Operation erforderlich macht. Größere Blutungen oder Nervenschäden sind weitestgehend auszuschließen. Bei nicht konsequent durchgeführter Nachbehandlung mit Krankengymnastik kann es zu einer Bewegungseinschränkung oder Teilsteife des Gelenkes kommen. Eine Luxation kann natürlich bei einem erneutem Sturz wieder auftreten, im Alltag wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Stabilität wiederhergestellt sein.

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