Riss der Rotatorenmanschette RM

 

 

Die RM besteht aus 3 Sehnen, welche wie eine Haube auf dem Oberarmkopf aufsitzen und am Außenrand knöchern verankert sind. Diese 3 Sehnen sind je nach Anheftungsstelle für Abspreizung bzw. Außendrehung des Oberarmes im Schultergelenk verantwortlich. Diese Muskeln sind sehr wichtig für die Beweglichkeit der Schulter. In aller Regel sind sie im Laufe des Lebens starken Belastungen ausgesetzt und können so  ab dem 50. - 60. Lebensjahr Verschleißerscheinungen zeigen. Dadurch kommt es zur  Ausdünnung der Kapsel bis hin zur Zerreißung. Bei Stürzen, Prellungen oder Armverdrehungen kann jedoch  Kapsel einreißen.

Symptome sind dann neben Schmerzen bei Belastung nächtlicher Ruheschmerz sowie bei größeren Rissen Kraftminderung des Armes.   

Aufgrund einer schlechten Durchblutungssituation kann es, auch ohne Unfallereignis, zu einer Rissbildung der Gelenkkapsel bzw. RM  kommen. Oft sind auch Engpässe im Schulterdachbereich oder Arthrosezacken im Schultereckgelenk Ursache für diese Rissbildung. In seltenen Fällen kann es auch durch einen Sturz zu einer Abrissverletzung der RM kommen. Symptome der Verletzung sind Schmerz in Ruhe und bei Bewegung, und vor allen Dingen Kraftminderung beim Anheben des Armes.

Um eine Vergrößerung des Defektes der RM zu vermeiden und um insbesondere wieder eine schmerzfreie Belastungsfähigkeit des Schultergelenkes wieder herzustellen, wird eine Naht bzw. Refixation der RM durchgeführt. Dies kann bei kleineren und mittleren  Rissen arthroskopisch durchgeführt werden.  Durch modernes  Instrumentarium und insbes. durch Fadenankersysteme hat sich dabei der Technik der arthroskopischen Refixation erheblich verbessern lassen.

Es handelt sich hier zunächst um eine mechanische Fixation der Rotatorenmanschette durch relativ kräftige Nähte. Bis zur vollen Belastungsfähigkeit muss jedoch  die Gelenkkapsel fest wieder an der Anheftungsstelle am Knochen eingeheilt sein. Dies dauert ca. 3 Monate, je nach Größe und Art der Rissbildung. Bis dahin ist der Arm vorsichtig zu bewegen, im nachfolgenden sei Ihnen und Ihrem nachbehandelnden Krankengymnasten ein Schema für die weitere Nachsorge mitgeteilt:

 

Die Enden der abgerissenen RM werden mit kräftigen Fäden gefasst, es wird getestet, ob sich der Riss wieder spannungsfrei adaptieren läßt.
Einbringen der Ankerfäden in den Oberarmkopf

Mit einer Spezialzange werden die Fäden in die Rotatorenmanschette eingezogen

Bilder:  Fa. Artrhrex, München

Verknoten der Fäden, das Loch ist geschlossen

OP-Bilder: Dr. Mohr

Nach der Operation erhalten Sie für ca. 3 Wochen eine Ruhigstellung mittels spezieller Schulterbandage. Diese sollte bis auf Körperpflege ständig getragen werden, vor allen Dingen nachts.